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Zeitzeuge

KZ-Überlebender spricht über Erlebtes und gegen das Vergessen

Geschichte Peter Josef Snep (90) kam als 20-Jähriger ins Konzentrationslager Sachsenhausen

M Horhausen. Still lauschten die Schüler der gymnasialen Oberstufe der IGS Horhausen dem bewegenden Bericht von Peter Josef Snep, der als 20-Jähriger unter anderem ins KZ Sachsenhausen verschleppt worden war. Eingeladen wurde Snep auf Initiative einiger engagierter Eltern, die sich für ein Treffen mit dem Zeitzeugen eingesetzt hatten. Bis heute ist dem alten Mann anzumerken, wie sehr ihn das Erlebte beschäftigt. Doch er sieht es als seine Pflicht an, davon zu erzählen, denn er sei der letzte noch lebende seiner Familie, der davon berichten könne. Und darüber sprechen will er unbedingt, um die Geschehnisse in Erinnerung zu bringen, „damit so etwas nie wieder geschieht“, wiederholte er während seines Vortrags immer wieder.

Detailliert berichtete der heute 90-Jährige davon, wie er und sein Vater, der jüdischen Geschäftsleuten zur Flucht aus Deutschland verholfen hatte, von der Gestapo deswegen inhaftiert wurde. „Sie haben mich grün und blau geschlagen, aber ich habe widerstehen können, ich habe nichts verraten“, erinnerte sich Snep. Dennoch wurde er eingesperrt. „Im polizeilichen Durchgangslager Amesfort waren wir keine Menschen mehr, nur noch Nummern“, erzählte er. Zweimal am Tag mussten er und andere Inhaftierte zum Appell antreten. „Einmal standen wir 24 Stunden im Regen“, weiß er noch.

Vom Durchgangslager wurden die Inhaftierten ins KZ nach Sachsenhausen gebracht. „Dort mussten wir uns ausziehen und blau-weiß gestreifte Häftlingsanzüge tragen. Dann wurden uns alle Haare am Körper entfernt“, sagte der Zeitzeuge. Nicht vergessen kann der damals auf 49 Kilogramm abgemagerte Mann die 40 bis 45 Kilometer langen Märsche, die die Inhaftierten täglich im Lager unter Kontrolle von SS-Leuten, die im Wagen neben der Menschengruppe herfuhren, zurücklegen mussten. „Ich hatte Glück, ich war sehr sportlich, mir hat die Belastung nicht so viel ausgemacht. Doch ich habe Ältere und Schwache gesehen, die zusammengebrochen sind. Die wurden dann von den SS-Leuten mit einem Genickschuss getötet und auf einen Holzwagen geschmissen“, schloss Snep die Ausführungen

RZ Linz, Neuwied vom Samstag, 22. Oktober 2011, Seite 29

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